3 x Bestleistungen für „Team Freedive Munich“ in Bamberg

Nachbericht zum „5. Burgebracher Kelch / Deutsche Meisterschaft 2018

Am Samstag dem 28.04. um 7:30 Uhr war es mal wieder soweit – zum mittlerweile 5. Mal in Folge startete in Burgebrach bei Bamberg der „Burgebracher Kelch“. Aufgrund des günstigen Zeitpunktes im Frühjahr, der guten Wettkampfbedingungen sowie der tollen Organisation seitens „Papa Horst“ und seines OKs vom Bamberger Tauchklub e.V. ist der Wettkampf mittlerweile einer der beliebtesten internationalen Apnoewettkämpfe. Folgerichtig wurde dort in diesem Jahr gleichzeitig auch die Bayrische und erstmalig auch die Deutsche Meisterschaften ausgetragen. Mit Peter Durdik, Narciso Quijano Fraile, Robert Woltmann und unserem Neuzugang Andrés Duarte war natürlich auch wieder das „Team Freedive Munich“ mit am Start. Als Coach für Narciso war zudem Antero Joki mit nach Bamberg gereist.

DisziplinStatikDNF DYN
Robert 7:29 192  200
Peter 8:00    156
Andrés 3:33 110  149
Narciso 5:40 113  100

Samstag, 28. April

Runde 1: Statische Apnoe (STA)

sta weisshoffEröffnet wurde der Wettkampf am Samstagmorgen mit der Disziplin „Statische Apnoe“. Hier gelang unserem STA-Spezialist Peter Durdik mit genau 8:00 min eine schöne Punktlandung und zugleich der längste Tauchgang dieses Wettkampfes. Auch Narciso zeigte sich in guter Verfassung und tauchte mit 5:40 min ebenfalls eine neue Bestleistung. Andrés Duarte, der sich zusammen mit Robert in den Wochen zuvor auf den Wettkampf vorbereitet hatte, zeigte Nerven und tauchte für seine Verhältnisse deutlich zu früh auf. Immerhin gelang Ihm mit seiner Tauchzeit von 3:33 min eine schöne Schnapszahl. Sehr stark war dann kurze Zeit später der Tauchgang von Robert Woltmann. In seinem ersten Wettkampf nach 1-jähriger Pause gelang ihm ein toller Auftakt mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 7:29 min. Das bedeutete die Silbermedallie in STA und sicherte wertvolle Punkte im Kampf um die Gesamtwertung. Nach der Statik war es Zeit für ein Getränk und ein (oder auch gleich ein paar mehr) Stücke Kuchen von der legendär gut bestückten Kuchentheke. Hier war wirklich die geballte fränkische Back-Kunst aufgefahren. Nach derdringend benötigten Energiezufuhr und einem ebenso nötigen Nickerchen ging es am Nachmittag weiter mit der zweiten Disziplin des Tages. 

Runde 2: Streckentauchen mit Flosse oder dynamische Apnoe (DYN)

In Burgebrach gibt es nur einen kurzen Pool mit 25m Länge. So fand auch das Streckentauchen mit Flossen in diesem Pool statt. Da die Wende mit Flosse technisch anspruchsvoll und wenig effizient ist und den Taucher eher in seinem „Flow“ stört, konnte man von den Athleten in dieser Disziplin nicht unbedingt Bestleistungen erwarten. Dennoch war das Niveau auch in dieser Disziplin sehr hoch – So auch bei unsere Athleten. Robert Woltmann, der sich schon bei Statik in Topform gezeigt hatte, tauchte nach 8 Bahnen, 7 Wenden und letztlich 200 m auf und gewann damit die Goldmedallie in DYN. Peter Durdik erzielte mit 156m eine neue Bestleistung und ein schönes Ergebnis. Ebenfalls eine neue Bestleistung und sogar einen Nationalrekord erzielte Andrés Duarte. Hatte der gebürtige Kolumbianer in STA noch geschwächelt, so zeigte er in DYN jetzt Kampfgeist und tauchte erst nach149m wieder auf. Eine schöne Weite erreichte auch Narciso. Er tauchte an diesem Tag exakt 100m. 

Damit war der 1. Tag für die Athleten endlich geschafft und sie durften sich nach einem frühen Abendessen auf ihre verdiente und dringend benötigte Nachtruhe freuen. 

Sonntag, 29. April

Runde 3: Streckentauchen ohne Flossen oder „Dynamic No Fin (DNF)“

dnf weisshoffAm Sonntagmorgen ging es dann zu etwas humaneren Zeiten mit dem Wettkampf weiter. Als letzte Disziplin stand das Streckentauchen ohne Flossen auf dem Programm. Als erster der Münchner Sportler startete Andrés Durtare. Er hatte sich offenbar gut ausgeruht über Nacht und tauchte mit 110m eine neue persönliche Bestleistung. Ein wenig später tauchte Narciso mit 113m sogar noch ein Stückchen weiter - doch leider auch etwas zu weit für diesen Tag. Er hatte seine Grenze an diesem Tag um ein paar Meter überschritten und hatte nach dem Auftauchen einen kurzen Blackout und sah dafür folgerichtig seine erste Rote Karte. Das war etwas unglücklich, aber gleichzeitig eine wertvolle Erfahrung, denn nur wer auch mal an die Grenze getaucht ist (bzw. darüber hinaus) kennt seine Grenze und lernt seine individuellen körperlichen Warnsignale richtig zu deuten. Respekt vor dieser Leistung ist also allemal angebracht.

Aufgrund der großen Zahl der Teilnehmer dauerte es noch eine ganze Weile bis zum Start von Robert Woltmann. Mit Spannung wurde sein Tauchgang erwartet, da er sich bis dahin ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem ebenfalls sehr stark tauchenden Willi Hoffmann geliefert hatte. Dieser war gleich als Erster am Morgen gestartet und hatte eine sehr ordentliche Strecke von 160m vorgelegt und damit im Gesamtplatzierung auf Rang 1. Doch auch Robert hatte in der Nacht gut geschlafen. Er tauchte beeindruckende 192m weit und bewies damit mal wieder seine Qualitäten als DNF-Experte. Trotz einer (vermeidbaren) gelben Karte und einer 5-Punkte-Strafe hatte er mit diesem Tauchgang genug Punkte gesammelt um auch in der Gesamtwertung den 1. Platz zu erreichen. Entsprechend groß war seine Freude über das Erreichte und die tolle Bilanz dieses Wettkampfes: Zwei neue persönliche Bestleistungen, eine Silber- und zwei Goldmedallien in den Einzelwertungen sowie die Auszeichung als Deutscher und Bayerischer Meister 2018.

Den krönenden Abschluss eines unglaublichen Wettkampfwochenendes markierte die große Siegerehrung im Foyer des Pools, moderiert von Horst Säger (für den Tauchclub Bamberg e.V.) und Willi Hoffmann (für AIDA Deutschland). Die beiden würdigten sehr herzlich und hingebungsvoll die aussergewöhnlichen Leistung aller Athleten sowie den Einsatz der Safety-Diver, Judges und der vielen Helfer die diesen Wettkampf mal wieder zu einem echten Apnoe-Highlight gemacht haben.

Auch wir von Freedive Munich sagen hier im Namen unseres Wettkampfteams noch einmal „Herzlichen Dank“.

Fotos © Daniel Weißhof

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Ausführlicher Wettkampfbericht von Florian Grauer auf der Webseite von AIDA Deutschland e.V.

Um den Rahmen nicht zu sprengen, haben wir uns in diesem Bericht auf die Leistungen und Erlebnisse unserer Vereinsmitglieder beschränkt. Wer einen sehr stimmungsvollen und ausführlichen Wettkampfbericht von diesem Event lesen möchte, dem sei der Beitrag von Florian Grauer ans Herz gelegt, der vor einigen Tagen erst auf Facebook und anschließend auf der Homepage von AIDA Deutschland e.V. erschienen ist: Hier könnt Ihr ihn nachlesen

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