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Burgebracher Kelch 2019 – Ein interessanter und lehrreicher Wettkampf

Burgebracher Kelch 2019

Neben unserem kleinen vereinsinternen Wettkampf war Burgebrach für mich mein erster großer offizieller Wettkampf.

burgebrach2019sWir fuhren bereits am Freitag nach Burgebrach, um uns dort am Abend schon mal offiziell anzumelden. So hätten wir am folgenden Wettkampftag etwa eine Stunde länger schlafen können.
Dort angekommen standen wir dann zusammen mit anderen aus ganz Deutschland angereisten Athleten im Foyer des Schwimmbades – Nur der Veranstalter war nicht da und tauchte auch nicht auf. Erst nach telefonischer Rückfrage, erklärte uns der merklich überforderte Veranstalter Horst Säger, ihm wären 4 Helfer abgesprungen und es würde keine Anmeldung stattfinden an diesem Abend und wir müssten uns alle am Samstagmorgen registrieren.

Dieser Wettkampf war auch anders aufgebaut als die bisherigen normalen Pool-Wettkämpfe. Die Athleten konnten entweder nach den Statuten des Verbands VDST oder nach Aida starten. Dieses Mal waren ganze 7 Mitglieder von Freedive Munich mit dabei. Wir suchten uns also als „Team Freedive Munich“ einen Platz im Bad und markierten unser „Vereins-Camp“ mit unserer eigenen brandneuen Vereins-Beachflag. Am Samstag fing der Tag nun endlich mit der Anmeldung an und dann ging es weiter mit der Begrüßung der Athleten, sowie ein großes Kuchen- und Obstbuffet im Eingangsbereich.

AIDA-Münchner als erste am Start

Der Wettkampf begann mit der Disziplin Streckentauchen mit Flossen (DYN) auf zwei Bahnen – je eine für nach AIDA- und VDST-Regeln Startende Athleten. Für Freedive Munich trat nur Minja Marcovic hier an. Es war auch Minjas erster Wettkampf und er legte dabei eine sensationelle Leistung von 115 m hin, was gleichzeitig seine persönliche Bestleistung war.
Am Nachmittag ging es mit Streckentauchen ohne Flossen (DNF) weiter. Ich hatte meine Startzeit um 13:38 Uhr. Ich habe mir in der Früh im Hotelzimmer schon viel Zeit zum Dehnen genommen, so dass ich mich vor meinem Start nur noch mit leichten Atemübungen entspannen musste. Kurz vor dem Start machte ich einen Probestart auf der Warm-up-Bahn, um dabei die ganze Luft aus meinem Anzug zu bekommen. Der Start verlief sehr gut und die erste Bahn fiel mir sehr leicht. Die ersten leichten Kontraktionen bekam zum Ende der zweiten Bahn. Die zweite Wende bei 50m klappte noch sehr gut. Auf der Mitte der Bahn spürte ich, dass die Kraft in meinen Füßen nachlässt. Ich machte noch die Wende bei 75m- musste aber dann sofort auftauchen. Dabei machte ich den Fehler, in der Mitte der Bahn aufzutauchen. So musste ich noch an der Oberfläche bis zum Beckenrand schwimmen, ohne wieder mit den Atemwegen unter die Wasserlinie zu geraten. Am Beckenrand war ich sehr froh um die Hilfe von Matthias, mich verbal durch das korrekte Oberflächenprotokoll zu coachen. (Noseclip und Brille runter, OK Zeichen geben, laut „I am okay“ sagen). Als ich meinen Nosclip abnehmen wollte, hatte ich durch Sauerstoffmangel erstmal ein leichtes Zittern in der Hand, also einen leichten LMC (loss of motor control), aber ich habe noch alles in der vorgegebenen Zeig geschafft und wurde dann mit einer weißen Karte für 78m DNF belohnt. Ich war sehr glücklich darüber, da diese Strecke glatte 13m über meiner bisherigen Bestleistung von 65m lag.
Nach mir sind dann noch nach Aida-Regularien Peter Durdik und Philippe Glaser gestartet. Peter hat eine Strecke von unglaublichen 160m hingelegt und Philippe genauso sensationelle 108m

DNF mit CMAS-Reglement am späten Nachmittag

Nach den VDST-Regeln sind noch Robert Klosko und Robert Woltmann angetreten. Für Robert Klosko war es genauso wie für mich der erste große Wettkampf und er hat eine extrem gute Leistung von 117m hingelegt. Robert Woltmann, brach seinen Tauchgang bereist nach 66m ab.

Sehr gute STA-Ergebnisse der Münchner

Am Abend war dann große Statik-Runde. Es wurden 4 Wettkampf Bereiche inklusive Warm-Up-Zonen aufgebaut. Jeweils zwei für Aida und zwei für VDST.
Für mich war klar, dass ich bei Statik keine Bestleistungen mehr bringen kann. Ich hatte schon viel Kraft bei DNF verbraucht und es hatten leichte Kopfschmerzen eingesetzt. Mein Coach war Philippe. Zuerst war ich im Warm-Up-Bereich und habe zur Vorbereitung zwei mal die Luft angehalten. Entspannt auf dem Rücken liegend, brachte mich Philippe dann in die Wettkampfzone. Ich erreichte in Statik dann eine Zeit von 3:29 Minuten, womit ich sehr zufrieden bin. Anschließend war Robert Klosko an der Reihe. Er wurde von Robert Woltmann gecoached und erzielte sehr starkte 5:59 Minuten - also fast 30 Sekunden über seiner bisherigen Bestleistung.
Als nächstes war Minja an der Reihe und wurde von Matthias gecoacht. Er schaffte 5:40 Minuten, bekam aber leider eine rote Karte, da er mit dem Mund nochmal das Wasser berührt hat.
Der nächste Starter war Philippe, er wurde von mir gecoached. Für mich war es das erste Mal als Coach in der Wettkampfzone. Ich war ein bisschen aufgeregt - das ist schon eine große Verantwortung. Philippe hatte schon öfters Probleme damit, rechtzeitig aufzutauchen und so bereits in der Vergangenheit Blackouts erlebt. Ich musste mich ab der fünften Minute sehr stark darauf konzentrieren, dass er nicht anfängt, mit den Fingern oder mit dem Kopf zu zittern, denn dann hätte ich ihn mit Worten aus dem Wasser holen müssen. In dem Moment als er auftauchte, habe ich dann ganz vergessen, dass meine Hand noch auf seinen Rücken lag. Die Jury hat mich dann angeschaut und den Kopf geschüttelt. Er erzielte erstaunliche 5:51 Minuten aber bekam – aufgrund meiner Hand auf seinem Rücken – dennoch die Rote Karte.
Ich möchte Philippe für diese Erfahrung und sein Vertrauen danken. So konnte ich erfahren wie es ist als Coach mit einem Athleten in einer Wettkampfzone zu stehen - und dieser Fehler wird mir so schnell nicht wieder passieren.

DisziplinStatikDNF DYNPT
Marion 3:29 78 m  - 80,8
Peter (DQ) 160 m - 80
Robert K. 5:59 117 m (SP DQ)  - 71,8
Philippe 5:51 (DQ) 108 m  - 54
Minja 5:40 (DQ) -  115 m 57,5
Robert W. - 66 m - 33 

Ausklang am Abend

So ging ein sehr interessanter Wettkampftag zu Ende. Am Abend gab’s noch ein gemeinsames Abendessen im Nachbarort mit leckerem lokalen Essen und anschließend eine große Siegerehrung, die auf Grund der verschiedenen Wertungen etwas länger ausfiel. Ich habe bei der Newcomer-Wertung von Aida den ersten Platz bekommen und meine erste Medaille nach Hause gebracht. In der Gesamtwertung der Frauen erreichte ich den 8. Platz und ich bin damit sehr zufrieden.


Freitauchen lernt man nur durchs machen und in Burgebrach habe ich viel gelernt …

 

Fotos © Robert Klosko

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